Wodurch wächst eine Pflanze?

Die Natur ist ein Wunder. Sie nimmt und gibt, sie überlebt und stirbt aus, sie verändert und überrascht, sie ist überwältigend und verwüstend. Eines der Geheimnisse der Natur ist schon immer der Wachsprozess von Pflanzen, Bäumen, Blumen und Gewächsen gewesen. Obwohl es inzwischen biologisch erklärbar ist, hat dieses Phänomen den Menschen immer interessiert. Ist es denn Willkür, daß die eine Pflanze größer wird als die andere?

Die faszinierende Natur
In der Natur kommen diese enorm abweichenden Muster unter anderen Farben oder Größen mehr als einmal vor. Wahrscheinlich wird das durch extreme Umstände oder durch einen genetischen "Fehler" verursacht. Die neugierigen Menschen probierten schon seit Menschengedenken, diesen Vorgang in den Griff zu bekommen durch immer neue und mitunter bizarre Züchtungsmethoden. Häufig mit viel Erfolg. Doch scheinen die Wege von Mutter Natur unergründlich zu sein und haben, alle modernen Hilfsmittel zum Spott, meistens das letzte Wort.

Pflanzen, Blumen, Bäume und Gewächse wachsen unter den richtigen Umständen, daß es eine wahre Freude ist. Aber was sind eigentlich die richtigen Umstände? Und was geschieht in einer Pflanze während eines solchen Wachsprozesses? Wir geben eine vereinfachte Erklärung dieses sehr erfinderischen Prozesses.

Am Anfang:
Nachdem die befruchtete Saat gekeimt hat, entsteht eine kleine Wurzel, die aus dem Boden Nahrung aufnehmen kann. Hieraus wächst ein Keimling aus, das erste Stängelchen mit Blättchen "Blattstecklinge". Wenn all die Nährstoffe aus der Saat aufgebraucht sind, muß das kleine Pflänzchen für sich selbst sorgen unter Mitwirkung der Umgebung.

Die unbedingt notwendigen Stoffe:
Einmal eine Pflanze, wie klein sie auch ist, fängt sie an zu überleben. Das bedeutet u.a. daß für ausreichendes Licht, Luft, Wasser und Nährstoffe gesorgt wird. Einen der Prozesse, der die Pflanzen am Leben erhält und wachsen läßt, heißt Fotosynthese. Durch diesen Prozess bekommt die Pflanze Glucose als Nahrung. Dafür benötigt sie Wasser, Kohlendioxyde und Licht. Wasser nimmt sich die Pflanze aus dem Boden und Kohlendioxyde aus der Luft. Das Gute für den Menschen ist, daß während der Fotosynthese nicht nur Glucose als Dünger gebildet wird sondern auch Sauerstoff. Einen kleinen Teil benötigt die Pflanze selbst, den Rest gibt sie um sich herum an die Luft ab. Das macht gleichzeitig deutlich, warum Pflanzen so wichtig sind. Bei jeder Form der Verbrennung in der Welt, Motoren, Feuer usw., wird Sauerstoff verbraucht und Kohlendioxyd gebildet. Der Prozess der Pflanze bewirkt genau das Gegenteil und ist darum unentbehrlich für alles Leben auf der Erde das den frei werdenden Sauerstoff unbedingt nötig hat.

Wachsstoffe:
Neben den Basisbedürfnissen wie Licht, Luft, Dünger und Wasser gibt es mehrere Faktoren die den Wuchs einer Pflanze bestimmen. Die Wuchsstoffe, die in den Pflanzen vorkommen, sind sehr wichtig. Sie sind einigermaßen mit Hormonen zu vergleichen. Wuchsstoffe werden in sehr kleinen Mengen in den Stängeln und Wurzeln einer Pflanze fabriziert. Danach werden sie zu den wachsenden Teilen der Pflanze geleitet um dort ihre stimulierende Wirkung abzugeben. Diese Wuchsstoffe helfen einer Pflanze in die Höhe zu wachsen, z.B. wenn sie zu dunkel steht. Die Pflanze muß dann, in ihrem Drang zu überleben, buchstäblich zum Licht hinwachsen.

Faktoren, die den Wuchs einer Pflanze ungünstig beeinflussen können, sind u.a. Trockenheit, Kälte, Wind, zuviel Licht, zu wenig Licht, zu armer Boden und zu schwerer Boden. So kann eine eisenarme Bodensorte blaß aussehende Pflanzen hervorbringen. Für einen optimalen Pflanzenwuchs muß der Boden verschiedene Salze beinhalten worin Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium, Schwefel, Eisen und Magnesium vorhanden sind. Eine zu große Menge von einem bestimmten Stoff kann auch nachteilig sein. So ist bekannt, daß zuviel Kupfer und Zink zu Abweichungen bei Pflanzen führen kann.
Es geht deshalb immer um die richtige Menge. Der Minimum- und Maximumbedarf jeder einzelnen Pflanze. Das genau ist der Grund, warum die eine Pflanze in einem warmen Klima besser gedeiht als in einer kalten Umgebung oder daß die eine Bodensorte besser für sie zu sein scheint als die andere. Dasselbe gilt für Licht , man kann unterscheiden zwischen Sonnenpflanzen und Schattenpflanzen.
Häufig ist eine extreme Veränderung der Lebensumstände für eine Sorte fatal. Denken Sie dabei an Entwaldung, Schattenpflanzen stehen auf einmal im vollen Licht, was für die Sorte lebensgefährlich ist. Bei zu wenig Licht kann der Prozess der Fotosynthese nicht in Gang kommen. Die Pflanze stirbt dann an Unterernährung. Das sehen Sie z.B. am Gras unter einem Baum. Wo Schatten fällt, ist das Gras vermoost.
Häufig paßt sich eine Sorte an die veränderten Umstände an, z.B. in einem dicht bewachsenen Wald wo viele Bäume unten kahl sind und die Zweige hoch oben sitzen.

11.12.2015